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KI Ausbildung im Fokus | Der Umgang mit KI will gelernt sein

3Apr2025
5 min
KI Ausbildung

HR-Know-how aus der Praxis für die Praxis

Inhalt

Welche Inhalte eine fundierte KI-Ausbildung umfassen muss, um Unternehmen und Fachkräfte fit für die Zukunft zu machen, verraten KI-Experten in diesem Interview.

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Experten-Interview

KI-Inhalte der Ausbildung

Welche Inhalte fokussiert Ihre KI-Ausbildung hauptsächlich?

Mag. Armand Kaáli-Nagy (ÖPWZ)

Im ÖPWZ geht es uns sehr stark um die Anwendung von KI in Organisationen und in einzelnen Fachbereichen. Wir verfolgen dabei zwei Ansätze.

  • Einerseits geht es um die Integration von KI und deren professionelle Umsetzung. Dazu gehören rechtliche wie auch organisatorische Themen.
  • Andererseits begleiten wir Menschen in unterschiedlichen Funktionen bei der Integration von unterschiedlichen KI-Tools, die das Arbeiten erleichtern und sie schneller zu Ergebnissen kommen.

Dennis Preiter, MBA (next level consulting)

Unser Training „AI im Projektmanagement nutzen“ vermittelt praxisnah, wie KI den Projektmanagement-Alltag erleichtern kann – konkret etwa bei der Identifizierung und Bewertung von Risiken, wodurch Bewältigungsmaßnahmen schneller und fundierter getroffen werden können. Neben theoretischem Wissen zur Prompt-Generierung steht das Hands-on-Training mit realen Fallstudien im Fokus.

Das ist jedoch nicht das einzige next level Training, in dem KI eine Rolle spielt. Auch in unseren weiteren Themengebieten wie Prozessmanagement, Change oder Agile Management lassen wir praxisorientierte KI-Anwendungen einfließen – überall dort, wo sie Abläufe effizienter, Entscheidungen fundierter oder die Ideenfindung leichter machen.

Zielgruppe

Wer ist die Zielgruppe – eher die Digital Natives oder eher ältere?

Dennis Preiter, MBA (next level consulting)

Unser Training „AI im Projektmanagement nutzen“ richtet sich an alle, die in einer leitenden oder unterstützenden Rolle im Projektmanagement tätig sind, unabhängig von ihrer bisherigen Erfahrung mit KI-gestützten Tools. Während Digital Natives oft mit technischer Affinität punkten, bringen erfahrene Projektleitende wertvolle strategische Perspektiven ein – dadurch entsteht ein spannender Dialog im Training. Unser didaktischer Ansatz stellt sicher, dass alle Teilnehmenden den Mehrwert von KI verstehen und praktisch für ihre Projekte nutzen können.

Mag. Armand Kaáli-Nagy (ÖPWZ)

Wir adressieren alle, die sich für KI interessieren. Voraussetzung ist das Interesse an dem Thema und viele Teilnehmende aus unterschiedlichen Generationen brennen richtig für das Thema oder sind sehr interessiert, wie sie KI für ihren Job nutzen können.

Gerade beim Thema KI haben wir im letzten Jahr keinen Unterschied zwischen Digital Natives und Älteren gemacht. Die Herausforderungen sind für beide Altersgruppen gleich, die Lösungsansätze können unterschiedlich sein. So bereichern sich gemischte Gruppen, wenn Teilnehmende aus unterschiedlichen Generationen in einem Seminar sind.

Vorbehalte gegenüber KI

Welche Vorbehalte gegenüber KI hören Sie am öftesten in den Ausbildungen? Wie begegnen Sie diesen Vorbehalten?

Mag. Armand Kaáli-Nagy (ÖPWZ)

Die Verunsicherung bei rechtlichen Themen ist sehr verbreitet und gerade da setzen wir bei allen Seminaren an – nicht nur beim expliziten Thema KI und Recht. Bei unseren Kunden merken wir eine sehr offene Haltung gegenüber KI im Allgemeinen. Teilweise aber eine abwartende Haltung bei der Umsetzung für die ganze Organisation. Oft wird noch ausprobiert, in Gruppen getestet und KI-Tools miteinander verglichen.

Dennis Preiter, MBA (next level consulting)

Die häufigsten Vorbehalte gegenüber KI drehen sich um Kontrollverlust, Fehlentscheidungen und die Angst, dass KI den Menschen ersetzt. Viele Teilnehmende äußern Bedenken über die vermeintliche Unpersönlichkeit der Systeme oder sehen ihre Arbeitsplätze in Gefahr. Aber auch übertriebene Begeisterung gibt es, als wäre KI die ultimative Lösung für alles.

Wir begegnen diesen Bedenken mit zwei Kernbotschaften:

  1. KI ist kein Ersatz, sondern ein Werkzeug. Sie soll nicht das Menschliche verdrängen, sondern uns bei Routineaufgaben entlasten und bessere Entscheidungsgrundlagen liefern.
  2. Nur wer KI versteht, kann sie gezielt steuern. Durch praxisnahe Beispiele und offene Diskussionen bauen wir Unsicherheiten ab und fördern ein realistisches, chancenorientiertes Verständnis von KI.

KI verringert Komplexität

Wie kann die Komplexität im HR durch Digitalisierung / KI vermindert werden?

Dennis Preiter, MBA (next level consulting)

HR-Prozesse sind oft fragmentiert, zeitintensiv und schwer skalierbar. Der Fortschritt liegt dabei nicht nur in der Automatisierung, sondern in der intelligenten Kontextverarbeitung. KI kann Bewerbungen vorfiltern, Fluktuationsrisiken frühzeitig erkennen und personalisierte Weiterbildungsangebote erstellen. Chatbots entlasten HR-Teams, indem sie Routineanfragen übernehmen, während KI-gestütztes Kurzzeitcoaching Führungskräften schnelle und gezielte Unterstützung ermöglicht.

Entscheidend ist, Worte als Daten zu verstehen: Wer Kontexte richtig entschlüsselt und eigene Unternehmensdaten gezielt nutzt, schafft die Basis für bessere Entscheidungen. Gleichzeitig bleibt es eine menschliche Aufgabe, bewusst zu entscheiden, wo und wie KI eingesetzt wird – und wo nicht. Denn letztlich ist Technologie nur so gut, wie wir sie zu nutzen wissen.

Mag. Armand Kaáli-Nagy (ÖPWZ)

Digitalisierung und KI werden die Komplexität von HR-Themen nicht minimieren. Es geht mehr um eine Steigerung der Produktivität, eine Qualitätssteigerung und Auslagerung ungeliebter Routinetätigkeiten. Die Implementierung von KI fördert die Komplexität eröffnet aber auch HR-Abteilungen neue Möglichkeiten. HR ist ein wichtiger Treiber von KI und in der Umsetzung ein wichtiger Bereich. Das sehe ich in vielen Organisationen, die bei KI zu den Vorreitern gehören. Diese Positionierung müssen HR-Abteilungen auch einnehmen und einfordern.

Unternehmensleitung – IT – HR bilden zu dritt die Voraussetzung einer erfolgreichen Veränderung durch KI. In der engen Abstimmung dieser drei Bereiche können die komplexen Zusammenhänge erkannt und gut gemeistert werden.

Fazit

Eine fundierte KI-Ausbildung muss praxisnah und strategisch zugleich sein, um Unternehmen und Fachkräfte optimal auf die Zukunft vorzubereiten. Während das ÖPWZ den Fokus auf die Integration von KI in Organisationen legt, vermittelt „next level“ KI-Anwendungen insbesondere im Projektmanagement und darüber hinaus. Zielgruppenübergreifend zeigt sich, dass sowohl Digital Natives als auch erfahrene Führungskräfte von KI profitieren – durch unterschiedliche Perspektiven und gemeinsame Lernerfahrungen. Vorbehalte gegenüber KI, sei es Angst vor Kontrollverlust oder übertriebene Euphorie, werden durch Aufklärung und Praxisnähe abgebaut. Besonders im HR-Bereich kann KI Prozesse optimieren, ohne die menschliche Entscheidungsrolle zu ersetzen. Letztlich ist nicht die Technologie entscheidend, sondern wie gut Unternehmen sie für sich zu nutzen wissen.

Interviewte Personen

KI Ausbildung im Fokus | Der Umgang mit KI will gelernt sein

Dennis Preiter, MBA

Dennis Preiter, nextlevel

Mag. Armand Kaáli-Nagy

Armand Kaáli-Nagy, OePWZ

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